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FCI IPO WM in Hämeenlinna/FI

(nb) Am Sonntag, 12. September 2010, pünktlich um die Mittagszeit, traf sich das ganze Team beim Hotel im Lautia. Die Anreise der Mannschaftsmitglieder war individuell erfolgt. Genau genommen reisten Tamara wie auch Stefan bereits am Donnerstag respektive am Samstag mit dem Flugzeug an. Nicole, Hämpu und Mike schlossen sich zusammen und wählten die Fähre ab Travemünde direkt nach Helsinki, während Simone, Werner und Jörg sich für die etwas längere Strecke durch Dänemark und Schweden entschieden hatten.

Wie auch immer, es kamen alle gesund und munter beim Hotel an und nutzten den Nachmittag dazu, sich einzurichten und mit den Hunden die Umgebung zu erkunden. Auch tauchte Sven als erster Schweizer Fan auf – natürlich abgesehen von den übrigen Begleitpersonen Gabi, Isabell, Nicole, Kim und David. Abends traf man sich im Hotel zum gemeinsamen Essen. Das Buffet war wirklich ausgesprochen gut! Bloss die Öffnungszeiten waren und blieben etwas gewöhnungsbedürftig: Gegessen wurde zwischen 17.00 und 18.00 Uhr, um 21.00 Uhr war sehr zum Missfallen sämtlicher anwesender Nationen einfach Feierabend. An diesem Tag störte dies aber kaum jemanden, waren doch alle relativ erledigt von der langen Reise.

Am Montagmorgen wurde als erstes das Frühstück getestet, und auch hier gab es nichts zu bemängeln (vielleicht abgesehen vom verdünnten Orangensaft). Anschliessend brachen alle gemeinsam auf in Richtung Übungsgelände für die Fährten und Trainingsplatz für Unterordnung und Schutz, wo natürlich effizient gearbeitet wurde. Danach sollten alle Hunde die Tierarztkontrolle hinter sich bringen. Wie Jörg allerdings im Verlaufe des Nachmittags feststellen musste, hatte sich sein Boomer wohl beim Spielen am Morgen weh getan. Er wurde deshalb noch zurückgestellt, bis genau geklärt werden konnte, was ihm fehlt. Während das übrige Team sich in die Stadt zum Nachtessen begab, suchte er die Tierklinik auf. Es schien nichts Schlimmes, aber erst einmal hiess es abwarten. Medikamente durften jedenfalls nicht verabreicht werden wegen der sehr strengen Dopingbestimmungen. Die Hilfsbereitschaft im Team ging jedoch sehr weit: Nicole versorgte Boomer mit homöopathischen Mitteln und liess ihm Reiki-Therapien zukommen.

 

Schliesslich schloss sich am Dienstag ein Grossteil der Schweizer fürs Training zusammen und fuhr gemeinsam zum Unterordnungsplatz. Sven erwies sich nicht nur als toller Englisch-Übersetzer, sondern besorgt zusammen mit Hämpu auch gleich das Mittagessen, mit dem sie nach einigen Umwegen sogar am richtigen Ort eintrafen. Nach getaner Arbeit (sprich: Unterordnung und Schutzdienst mit David) wurde nämlich zwar bei schlechtem Wetter, aber bester Laune grilliert. Danach ging es nochmals zum Fährten, bevor sich alle inklusive der finnischen Betreuerin Katja zum Mannschaftsessen in Hämeenlinna trafen. Gabi nützte die Gunst der Stunde dazu, jedem Teammitglied im Namen des Fanclubs noch ein grosszügiges Taschengeld zu überreichen.

Am Mittwoch stand das Stadiontraining auf dem Programm. Boomer durfte noch nicht auf den Platz, weil seine Tierarztkontrolle erst im Anschluss daran festgesetzt war. Hämpu schafft es jedoch (entweder durch seinen unglaublichen internationalen Einfluss oder gute Kontakte zu einer „Schwiizerdüütsch“ sprechenden Finnin im Büro …), dass Simone als Ersatz ihre Startnummer vorübergehend erhielt und mittrainieren konnte. Die Ungewissheit war bestimmt nicht leicht für sie, aber sie hat es sehr sportlich genommen. Nach dem Training war allerdings endlich klar: Boomer war wieder fit und erhielt von der Tierärztin grünes Licht!

Den Nachmittag nützten die Mannschaftsmitglieder unterschiedlich, bevor man sich für den Einmarsch der Nationen rüstete. Sicherheitshalber kleideten sich die Schweizer mit den vom Fanclub gesponserten Dogger-Jacken ein. Ein weiser Entscheid! Während der Zeremonie schüttet es nämlich wie aus Kübeln. Nachdem die Hunde versorg waren, ging es schliesslich ins Rathaus zur Startnummernauslosung, die recht speditiv abgewickelt wurde. Während die Schlachtenbummler in einem separaten Raum endlos lange auf die Onlineübertragung warteten, kam das Team schon wieder zurück, und gemeinsam ging es danach in ein italienisches Restaurant.

Am Donnerstag hiess es: Früh aufstehen und keine Müdigkeit vorschützen! Werner und Cento waren mit der Unterordnung dran. Sie mussten sich nur Kleinigkeiten ankreiden lassen, was am Ende 90 Punkte ergab. Etwas später machten sich Stefan und Vanja auf zur Fährte. Sie erhielten vorzügliche 97 Punkte! Nach ihnen waren Tamara und Falco an der Reihe, die trotz etwas Mühe an einem Winkel mit 91 auch ein sehr gutes Resultat verbuchen konnten. Auf der Tribüne wurden inzwischen zwei weitere Schweizer Fans gesichtet: Raymond und Philippe hatten den weiten Weg nicht gescheut und unterstützten das Team vor Ort!

 

Am Freitag ging es dann Schlag auf Schlag: Stefan und Vanja absolvierten ihren Schutzdienst und bekamen für eine tolle Arbeit sehr gute 93 Punkte. Etwas später liefen Nicole und Jörg gemeinsam in der Unterordnung. Ein wirklich netter Zufall, war es doch für beide Hunde voraussichtlich die letzte WM. Boomer schien am Anfang nicht ganz konzentriert, steigerte sich aber sehr schnell und kam ohne grobe Fehler und mit hervorragenden Apportierübungen auf 92 Punkte. Orkans Routine macht es Nicole leider nicht ganz einfach: Er hatte seine eigenen Ideen, nahm beim Sitz die falsche Position ein und legte sich beim Voran nicht ganz hin. So kamen die beiden trotz vorzüglichen Bewertungen in den anderen Teilen leider nur auf 83 Punkte. Cento sorgt aber gleich darauf mit 95 Punkten auf der Fährte wieder für ein hervorragendes Resultat. Am späteren Nachmittag waren Tamara und Falco noch mit der Unterordnung dran. Der junge Rüde kam mit ganz ähnlichen Patzern wie Orkan und ansonsten vorzüglichen Teilbewertungen immer noch auf 87 Punkte.

Gleich am Samstagmorgen mussten Tamara und Falco wieder „an die Säcke“. Sie zeigten einen beeindruckenden Schutzdienst und schlossen die WM mit sehr guten 91 Punkten ab. Unterdessen begaben sich Nicole und Jörg mit ihren Hunden zum Fährtenzentrum. Leider spielte das Wetter nicht so richtig mit, und starker Regen setzte ein. So war Nicole überglücklich mit ihren 95 Punkten, die sie erzielte, obschon Orkan genüsslich auf dem letzten Gegenstand herumkaute! Auch Boomer hatte Probleme mit den Gegenständen. Den ersten überlief er einfach, bevor er den zweiten dann ausscharrte. So reichte es dann leider nur für 85 Punkte.

Am Abend stand wie üblich das Bankett auf dem Programm. Praktischerweise fand es im Hotel statt, wo auch die Schweizer untergebracht waren. Es wurde ein sehr schöner, fröhlicher Abend mit genug leckerem Essen für alle (leider keine Selbstverständlichkeit an solchen Anlässen …). Gabi brachte zu fortgeschrittener Stunde sogar das Kunststück fertig, dass alle anwesenden Schweizer zur allgemeinen Erheiterung „Es Buurebüebli“ sangen. Ein unvergesslicher Augenblick!

Am Sonntagmorgen konnte man leider nicht wirklich ausschlafen. Werner und Cento waren mit dem Schutzdienst an der Reihe. Dass die ersten beiden Griffe nicht ganz passten, kann nicht bestritten werden. Aber wie der Richter auf 85 Punkte kam, blieb wohl manchem Zuschauer ein Rätsel. So ruhten natürlich grosse Hoffnungen auf Stefan und Vanja, die noch ihre Unterordnung absolvieren mussten. Leider zeigte sich Vanja etwas vorlaut, nahm es mit den Grundstellungen nicht allzu genau und schoss beim Voran übers Ziel hinaus. So blieben lediglich noch 76 Punkte.

Schliesslich machten sich Jörg und Boomer für den Schutzdienst bereit. Der Rüde arbeitete hervorragend, hatte aber etwas Probleme mit dem Gehorsam, was dem Richter leider nicht verborgen blieb. Er vergab dafür lediglich 90 Punkte. Gleich im Anschluss kamen Nicole und Orkan an die Reihe. Der Routinier zeigte sich nun wieder von seiner besten Seite und konnte sehr gute 92 Punkte verbuchen.

Nach diesen spannenden Tagen waren alle ziemlich erschöpft und trafen sich dankbar einmal mehr bei Gabi und Mike „zu Hause“ (sprich: bei ihrem Wohnmobil) zum Apéro, bevor es zur Rangverkündigung ins Stadion ging. Der Anlass wurde leider etwas lieblos abgehalten, und es kam gar nie eine richtig feierliche Stimmung auf. Die Schweizer machten sich aber mit dem Nationenpreis der Deutschen im Gepäck, den Nicole von Hämpu überreicht bekam, alle gemeinsam auf in die nächste Pizzeria und liessen den Tag dort gut gelaunt ausklingen. Nur die Nachricht vom Tod von Adrian Läubli vermochte die Stimmung etwas zu drücken.

Wer noch genug Energie hatte, traf sich am späteren Abend im Gemeinschaftsraum des Hotels und liess die Woche Revue passieren. Die Veranstaltung war hervorragend organisiert gewesen, und die beiden Richter in Fährte und Unterordnung vergaben ihre Punkte absolut korrekt. Im Schutzdienst kam der Kommentar etwas unsportlich und schlecht verständlich beim Publikum an, was viele Resultate noch weniger nachvollziehbar machte, als sie ohnehin teilweise waren. Leider hatte jedes Schweizer Team in irgendeiner Disziplin „gepatzt“. Es reichte aber trotz allem für den 7. Mannschaftsrang. Die Einzelleistungen waren nämlich immer noch beachtlich! So konnten sich alle am Montagmorgen absolut zufrieden mehr oder weniger schnell auf den Heimweg machten. Übrigens sind alle wieder gut in der Schweiz angekommen! So bleibt eigentlich nur noch, dem ganzen Team zu den tollen Leistungen zu gratulieren sowie Hämpu und Mike für ihren super Einsatz zu danken.

 

Kommentare 

 
#1 Hämpu 2010-10-23 21:42
Im Nahmen der IPO Mannschaft Danke ich dir Nicole zum gelungenen Bericht. Wirklich super und sehr ausführlich geschrieben.
Es ist nicht selbstverständl ich das du dir deine wertvolle Zeit dem Fan Klub zur verfügung stellst.

Reich Hämpu
Mannschaftsführ er des FCI-IPO Suisse Team
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