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Die Schweizermeisterschaft 2010 gehört bereits der Vergangenheit an. Durchgeführt wurde der Anlass unter dem Patronat des Schweizerischen Klubs für Entlebucher Sennenhunde (nicht zu verwechseln mit Appenzeller Sennenhunden!). Das OK um Paolo Greco hatte die Schul- und Sportanlage in Brittnau AG als Austragungsort gewinnen können.
Die Turnhalle bot bei dem kalten, aber immerhin trockenen Wetter, für alle Besucher ein warmes Plätzchen und beste Verpflegung. Auch Imbissbuden direkt neben dem Turnierplatz sorgten bei Hunger und Durst für Abhilfe. Viele Verkaufsstände luden ausserdem zum Shopping ein, und der IPO-Platz grenzte direkt ans Festgelände. Einziger Wermutstropfen: Die Klassen BH, SanH und VPG waren ein paar Kilometer entfernt, was für die Teilnehmer und Zuschauer (auch für eingefleischte IPO-Fans) schade war. Aber angesichts der ansonsten idealen Infrastruktur nahmen die Organisatoren diesen Umstand zu Recht wohl oder übel in Kauf.
Natürlich war auch der Fanclub vor Ort und teilte sich ein warmes Plätzchen mit dem Infostand direkt neben dem Eingang der Festhalle. Ein neuer Kalender konnte präsentiert werden, und nebst den „üblichen“ Fanartikeln durfte man von Werner Haag selbst gebackene Kuchen verkaufen, deren Erlös ebenfalls vollumfänglich der Mannschaft zugute kommt. Herzlichen Dank, Werni und allen Helfern, die den Stand betreut haben!
Wie üblich gilt die Schweizermeisterschaft bereits als erste Ausscheidungsprüfung, weshalb die Arbeiten natürlich besonders gespannt verfolgt wurden. Die Fährten in einem Gelände, das auch für erfahrene Hunde eine Herausforderung darstellte, wurden von Urs Meier gerichtet. Ein grosses Lob darf hier den Fährtenläufern gemacht werden, die sehr umsichtig und fair arbeiteten. Die Unterordnung wurde durch Hans Graf bewertet, im Schutzdienst amtete Erwin Patzen als Richter.
Die aktuelle FCI IPO-Mannschaft war selbstverständlich auch am Start. Nicole Berger als Titelverteidigerin verzichtete allerdings aufgrund des Alters von Orkan zum Chasseralblick auf eine Teilnahme. Werner Haag startete mit Cento von der Abendweid in der Abteilung B mit 89 Punkten sicher nicht ganz wunschgemäss, konnte aber mit 95 Punkten auf der Fährte und sagenhaften 99 Punkten im Schutzdienst am Ende den Vizemeistertitel erobern.
Für Stefan Bürgler mit Vanja von Airport Hannover lief es nicht ganz nach Plan. Die Hündin zeigte eine sehr schöne Fährte, konnte aber in der Unterordnung (87 Punkte) nicht ganz überzeugen und im Schutzdienst auf der langen Flucht den Griff nicht halten (85 Punkte), was die beiden im Klassement leider etwas zurückwarf. Tamara Romer und ihr Falco vom Adlerauge hatten mit ganz ähnlichen Problemen zu kämpfen. Der junge Rüde erhielt 91 auf der Fährte und 93 Punkte für seine tolle Unterordnung, war im Schutzdienst aber etwas nervig und auf der Langen so halsbrecherisch schnell, dass er keine Chance hatte, den Griff zu halten (82 Punkte).
Besser lief es Jörg Kuhn mit seinem Boomer von der Abendweid, der für eine solide Fährte 92 Punkte erhielt und in der Unterordnung 91. Trotz eines kleinen Missverständnisses im Revier reichte es im Schutzdienst dann noch für vorzügliche 96 Punkte und damit den etwas undankbaren 4. Rang. Simone Colpi und Alpha vom Wolfsprung starteten stark in den Wettbewerb! 96 Punkte auf der Fährte und 90 in der Unterordnung waren vielversprechend, im Schutzdienst fand der Richter aber einiges zu kritisieren, und so reichte es nur noch für 80 Punkte.
Wegen Läufigkeit ganz zum Schluss war Patrick Clément mit seiner Leeloo de la Videmanette an der Reihe. Von der Fährte nahmen die beiden 90 Punkte mit. Die Unterordnung wurde ebenfalls mit 90 und der Schutzdienst mit 92 Punkten bewertet, was für die beiden den 5. Rang bedeutete.
Restlos überzeugt haben wieder einmal Corinne Roggo und ihr Kimon vom Haus Mecki. Mit 98 Punkten auf der Fährte und 96 in der Unterordnung konnte eigentlich schon fast nichts mehr schief gehen. Die beiden durften im Schutzdienst dann aber nochmals 96 Punkte verbuchen, und so konnte ihnen niemand mehr den Titel streitig machen. Heinz Leuzinger mit seiner Onja vom Fliesenstein erreichte schliesslich auf der Fährte sehr gute 93 Punkte, in der Unterordnung 92 und im Schutzdienst 96, was dem Team den 3. Schlussrang einbrachte.
David Huber mit Heavy vom Further Moor erzielte 91 Punkte auf der Fährte, mit einem grossen Patzer (die Hündin machte den Rückweg nicht über die Schrägwand) 90 in der Unterordnung und ebenfalls einem etwas unglücklichen Schutzdienst nochmals 90 Punkte – Rang 7 punktgleich mit Peter Lupic und Nasca zum Chasseralblick (Unterordnung 95 Punkte, Rang 6)! Andrea Rüetschi schaffte es mit ihrem Gucci zum Chasseralblick und einer vorzüglichen Fährte auf den 8. Rang, welchen sie sich mit Stefan Bürgler teilte. Den 10. Platz belegte schliesslich Werner Schwab mit Itus de Daval dank eines überzeugenden Schutzdienstes mit 95 Punkten.
Natürlich gab es auch noch weitere einzelne Highlight zu sehen, so zum Beispiel Margrith Meyer, die mit ihrem Spike zum Chasseralblick 97 Punkte im Schutzdienst erzielte oder Hans Schmid mit U’no la Cour d’Agibert, der 95 Punkte ebenfalls in der Abteilung C verbuchen konnte. Besondere Freude bereiteten dem Publikum jedoch sicher auch die „Exoten“ neben all den Malinois und den Deutschen Schäfern, allen voran Tanja Pommeranz mit ihrem Golden Retriever, oder je ein Riesenschnauzer, ein Dobermann, einem Laekenois und einem Tervueren.
Es war ein wirklich würdiger Anlass, der dem OK, allen Helfern und nicht zuletzt Hämpu Reich wieder einiges an Arbeit bescherte und Letzteren viel Nerven kostete. Nun geht es aber für die meisten erst einmal in die wohl verdiente hundesportliche Winterpause. An der 1. Ausscheidung am 19./20. März 2011 in Fribourg wird es dann weitere Anhaltspunkte dafür geben, wie sich das FCI-IPO Team Suisse im nächsten Jahr zusammensetzen könnte. In diesem Sinne: Frohes Fest und alles Gute im 2011!
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